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Days of Joy - Recovery from War

Days of Joy - Recovery from War
Location: Neum (an der Adria), Bosnia and Herzegovina
Category: Health
Published: 09 April 2008
Progress:
96% funded
Donors resident in Germany receive a donation receipt for this project.
   
Rating:
64 Ratings
SEKA is Women's Peace Project in East Bosnia and a Center for therapy, education and recreation. After 10 years of work on the Adriatic Island of Brac the project moved to the town of Gorazde in Bosnia and Herzegowina in September 2007.
The project is supported and mainly funded by German Women's Organisation SEKA Hamburg e.V.

Even 13 years after the end of war through the Dayton-agreement the population in Bosnia and Herzegowina still suffers from the psychological and social consequences of war.
The population of the town of Gorazde is severely war traumatized - people suffered from almost four years lasting siege, shelling, and hunger.
Since September 2007 project SEKA offers (trauma)therapeutic and psycho-educative help for women and children in individual and group work.
Every summer the project organizes therapeutic recreation at the seaside for traumatized women and children.
In June 2009 we again would like to invite a group of 20 traumatized women and children for therapeutic recreation in Neum at the Adriatic Sea.
During 12 days four therapists will give psychological-pedagogique assistance to the children and their mothers in separated group-work and through individual talks. Besides this, of course, women and children will enjoy the sea, the beach and further activities the colleagues will offer them.
Through these "days of joy" women and children will - at least to some extent - overcome their painful experiences and regain self-esteem, trust and joy of life. After returning to their home town Gorazde, Project SEKA will offer them further support, if necessary.

The project is financed entirely by donations: For 20 women and children we need 16.800,- € for 12 days. As being more and more difficult to find the donations for this kind of project, we decided to start already now with our campaign for the therapeutic recreation in summer 2009. We are grateful for your help!

Das Meer hilft Vertrauen gewinnen

by G. Mueller, created on 28 July 2008 at 02:38 PM

Liebe Freundinnen und Freunde,

letzte Woche haben wir die Erfahrungen mit unserem Projekt "Glueckstage 2008" gruendlich ausgewertet und ich muss sagen, ich bin mehr als gluecklich ueber die Art und Weise, wie die Kolleginnen dieses Projekt realisiert haben. In diesem Sommer habe ich das erste Mal (nach 11 Jahren) nicht selbst den Erholungsaufenthalt geleitet. Aber ich bin ueberzeugt, es haette nicht besser laufen koennen. Ich moechte hier nochmals meinen Kolleginnen ganz herzlich danken, fuer ihren unermuedlichen Einsatz und ihr Engagement und insbesondere fuer ihre hervorragende fachliche Arbeit.

Hier auf Betterplace werde ich den versprochenen Bericht ueber die "Glueckstage" in mehreren Teilen veroeffentlichen, damit  er die LeserInnen nicht zu sehr ermuedet.

Heute also der erste Teil:

Bericht zum Projekt „Glückstage – Erholung vom Krieg“

Juni 2008 in Neum an der Adria

1. Teil

 Die 10 Frauen und 10 Kinder der Gruppe hatten wir (die Mitarbeiterinnen des Projekts SEKA) in Zusammenarbeit mit dem Zentrum fuer psychische Gesundheit, Gorazde, und dem Veteranen-Klub „Svjetlost Drine“, Gorazde, der kriegstraumatisierten Veteranen psycho-soziale Hilfe anbietet, nach spezifischen Kriterien ausgewählt. Alle Familien leben unter sehr schweren ökonomischen Bedingungen. Alle Frauen litten an schweren mehrfachen Kriegstraumata, einige hatten darüber hinaus noch Gewalt in der Kindheit und / oder in der Ehe erlebt. Mehrere Frauen leben alleine mit den Kindern, andere mit kriegstraumatisierten oder psychisch krankem Partner bzw anderen nach dem Krieg psychisch erkrankten Familienangehörigen.

Alle Kinder, wie auch zwei der Frauen waren noch nie am Meergewesen.Alle waren überglücklich und aufgeregt über diese Möglichkeit, die Ihnen und ihren Kindern geboten wurde, sich am Meer zu erholen und dabei noch  "etwas zu lernen", wie einige das ausdrueckten.

Bereits die beiden Vortreffen noch in Gorazde im SEKA-Haus ermöglichten den Frauen und Kindern sich gegenseitig und auch die SEKA-Mitarbeiterinnen ein wenig kennenzulernen. Auch die gemeinsame Busfahrt in Begleitung der Therapeutinnen liess die Gruppe langsam zusammenwachsen.

Über die Unterbringung in der Pension in Neum waren alle begeistert, sowohl von den schönen Zimmern, den Balkonen, dem Blick aufs Meer, als auch von der Gastfreundschaft der Pensions-inhaber, die wirklich ihr Möglichstes taten, um die Frauen und Kinder zu verwöhnen. Ausserdem boten sie uns (wie auch schon im Jahr zuvor) gute Arbeitsbedingungen für die Gruppenarbeit. Sie hatten zwei der grö ß ten Zimmer leergeräumt, die wir dann als Gruppenräume für die Frauen bzw. für die Kinder einrichteten. Ein dritter großer Raum diente als gemeinschaftliches Wohnzimmer am Abend.

Schon kurz nach der Ankunft am ersten Tag gab es einen Spaziergang zum Strand. Und die ersten ganz mutigen Kinder schlossen – trotz des kühlen Wetters – ihre erste Bekanntschaft mit dem Meer. Die übrigen trauten sich in den nächsten Tagen mit Schwimmflügeln und Schwimmringen „abgesichert“ in die Wellen. Nur die leicht geistig behinderte Hana* hatte grosse Angst vorm Wasser. Erst in der zweiten Hälfte des Erholungsaufenthalts, nachdem die „Tanten“ (Therapeutinnen) oder auch ihre Mutter sie täglich ermutigt und mit ihr den vorsichtigen Kontakt mit dem Meer ausprobiert hatten, verlor auch sie allmählich ihre Ä ngste: Zuerst ließ sie sich auf der Luftmatratze liegend herumfahren. Dann erlaubte sie den Kolleginnen Amina oder Senija, sie ohne Luftmatratze auf dem Wasser liegend zu halten, bis sie sich mehr und mehr entspannen und Vertrauen gewinnen konnte. Auch die anderen Kinder lernten mit dieser Übung, dass das Meer sie trägt und dass sie sich auf diese Weise immer wieder ausruhen können.

Natürlich halfen auch vielerlei Spiele und Wettkämpfe im Meer und am Strand, dass die Kinder sich von ihren anfänglichen Ängsten bis zum Ende des Erholungsaufenthalts völlig befreien konnten: In den 11 Tagen lernten schliesslich alle Kinder schwimmen!!!!! Das machte sie stolz und selbstbewusst.

Auch einige der Frauen, die bisher nicht schwimmen konnten und Angst vorm Wasser hatten, konnten sich von diesen Ängsten befreien und das Meer von Tag zu Tag mehr geniessen.

Am letzten Tag gab es dann für Frauen und Kinder die Überraschung, mit Tretbooten herumzuschippern. Zu diesem Zweck hatten die Kolleginnen zwei Tretboote gemietet.

Wer die Kinder am ersten Tag am Meer erlebt hatte, konnte nicht glauben, dass das dieselben Kinder waren, die da herumtollten, von der Rutsche des Tretboots ins Wasser platschten, schwammen wie die Fische, tauchten, ins Wasser sprangen.... Braungebrannt, glücklich und selbstbewusst....

Die gemeinsam verbrachte Zeit am Strand liess die Gruppe – neben der Gruppenarbeit – rasch zusammenwachsen – „wie eine glückliche Familie“, wie eine der Frauen es ausdrueckte.

Aber auch am Abend gab es gemeinsame Spaziergänge, die Frauen und Kinder genossen die Sonnenuntergänge am Meer. Es ging zum Eisessen, zum abendlichen Strandkonzert... und an einem Abend feierte die Gruppe den Geburtstag einer der Frauen. Die war zu Tränen gerührt. Soviel liebevolle Aufmerksamkeit hatte sie ihr ganzes Leben noch nicht erfahren...

Am letzten Abend gab es eine Vorstellung der Kinder „für Mütter und Tanten“, in der auch die zu Anfang schüchternsten Kinder selbstbewusst Lieder sangen, Sketche oder witzige Spiele spielten. Diese Vorstellung, für die sie einen überwältigenden Applaus bekamen, hatten sie sich ganz selbständig ausgedacht, mit nur wenig Unterstützung durch die Therapeutinnen.

Diese Vorstellung zeigte auch, dass die anfänglichen Spannungen und unterschwelligen Konflikte in der Kindergruppe sich zum größten Teil aufgelöst hatten und die Gruppe richtig zusammengewachsen war.

(*Name geändert)

In den naechsten Tagen folgt der 2. Teil des Berichts - ueber die Gruppenarbeit mit den Frauen...

Mit herzlichen Gruessen

Gabriele Mueller

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